Sie sind hier: Startseite > Alle Galerien > 76_Gyro-Nordsee-Island-Hopping >

  Beschreibung:  Links zu den Bilder-Galerien: siehe ganz unten!
Links to the picture collections: scroll down!


Juni 2009

Island-Hopping in der Nordsee mit dem Gyrokopter

Ursprünglich wollte ich eigentlich gerne mit meinem Gyro hoch nach Norwegen fliegen und die Mitternachtssonne erleben, konnte für diese Idee aber leider niemand anderen gewinnen :-( Immerhin klappte es aber, dass ich gemeinsam mit Michael Werner, dem ehemaligen Besitzer meines Tragschraubers, eine 5 Tages-Tour nach Norddeutschland unternehmen konnte. Wir hatten kein großes Ziel und ließen uns, nachdem ich Michl in Bissendorf/Hannover "abgeholt" hatte, einfach mal treiben. So kam es, dass wir, zufällig bei schönstem Sommerwetter, mit unseren beiden Gyrokoptern entlang der deutschen Nordsee-Inseln Norderney, Baltrum, Langeoog, Spiekeroog und Wangerooge flogen. Auf den Rücksitzen hatten wir Falträder des Typs "Birdy" untergebracht, damit wir auch nach der Landung noch mobil blieben.

Nach der ersten Nacht in einem Hotel auf Wangerooge (Campen ist hier bei Todesstrfe untersagt!) mussten wir feststellen, dass man draussen eigentlich nichts sehen konnte. Es war stark dunstig, um nicht zu sagen, neblig. Unser jüngst entwickelter Plan, 45km über's offene Meer nach Norden nach Helgoland zu fliegen, war unter diesen Umständen doch etwas zu ambitioniert... Wir flogen in 150m über Grund unter einer Wolkenschicht zurück zum Festland und bahnten uns unseren Weg nach Osten über Wilhemshaven, Bremerhaven und Brunsbüttel, um dann nach Norden abzubiegen. Dort war besseres Wetter vorhergesagt - und wir wurden nicht enttäuscht!

Zunehmend "machte es auf". Die Sonne kam heraus und man konnte endlich auch wieder etwas weiter gucken. Vorher war unser GPS schon eine sehr wichtige technische Einrichtung in unseren Cockpits gewesen ;-) Nach einem Snack auf dem Flugplatz in Heide-Büsum starteten wir zu einem Flug nach Föhr. Vorher riefen wir dort noch auf dem Flugplatz an und der nette Herr meinte, es wäre schönes Wetter, aber ausserordentlich viel Wind dort. Sehr viel mehr Wind, als man dort ohnehin schon erwartet und gewohnt ist. Kein problem, so ein Gyrokopter ist ja hart im nehmen!

Auf dem Flug über's schlesiwg-holsteinische Wattenmeer mit den Inseln Nordstrand, Pellworm, Hooge, Amrum und Langeneß schäumte unter uns das Meer schon weiss, aber die Luft war ruhig. Bei der Ankunft über der Insel Föhr war ich dann aber schon beeindruckt, dass ich bei 70 km/h auf dem Fahrtmesser nicht mehr vorwärts flog. Die Landung auf dem sympathischen Gras-Flugplatz in Wyk war dann schon spannend, da so ein Sturm ja schon gewisse Turbulenzen hinter Baumreihen verursacht, aber letzlich doch kein Problem. Im Gegensatz zu Wangerogge war Campen auf Föhr sogar ausserordentlich erwünscht: Wir bekamen einen kostenlosen, windgeschützten Zeltplatz auf dem Flugplatz gezeigt und durften den lokalen Wasserhahn zur persönlichen Hygiene bevölkern!

Am nächsten Tag herrschte wieder klares Sommerwetter. Wir flogen ein Stück nach Norden nach Dänemark und dann nach Westen zur Insel Romo. Dort ist noch allerhand erlaubt, was wenige Kilometer südlich in Deutschland sicherlich alles verboten ist: Man kann mit seinem Auto auf dem riesigen Strand herumfahren, Kite-Buggy fahren, bis der Arzt kommt und auch sonst viel Spass haben. So kam es, dass wir dort ein bisschen tiefer flogen und auch ab und an mal einen "Touch-and-go" auf dem unendliche Sand machten.

Danach gab es das direkte Kontrastprogramm: Nur ein paar Kilometer nach Süden liegt Sylt mit seinem großen, kontrollierten Flugplatz. Wir wollten dort den Mittag verbringen und flogen, wohlgeleitet von einem sehr korrekten deutschen Controller, in die "Hauptstadt" Westerland. Auf dem Flugplatz stand schon allerhand teures Fluggerät herum. Als wir mit unseren Falträdern aber die Insel erkundeten, meinte Michl, er fühle sich wie an der Auffahrt zur Rennstrecke am Nürburgring: Ein Ferrari nach dem anderen und zwischendrin auch mal ein getunter Porsche...

Nach diesem Intermezzo beschlossen wir, dass wir es mit Helgoland doch nochmal versuchen wollten. 45km über's offene Meer ist schon ein bisschen spannend. So ein Gyrokopter ist schon vergleichsweise zuverlässig, hat aber am Ende eben nur ein Triebwerk - und ohne das sitzt man halt in der Nordsee. Um diese Eventualität etwas angenehmer und überlebensfreundlicher zu gestalten, hatten wir automatische Schwimmwesten und Neopren-Anzüge dabei!

Zuerst flogen wir noch etwas die Küste nach Süden, um die Strecke über dem Meer zu verkürzen. Bei St. Peter-Ording bogen wir dann nach Westen ab und flogen über's Meer. Das war erstmal recht unheimlich, weil man in der Suppe voraus nur Wasser sah. Das GPS behauptete aber hartnäckig, da sei Helgoland! Am Ende behielt es recht und wir konnten sicher auf dieser (Doppel-) Insel landen, die ihre besten Tage eindeutig hinter sich hat.

Am nächsten Tag war wieder bestes Flugwetter und wir konnten ohne Probleme nachhause fliegen!

---

North-Sea island-hopping with the gyrocopter

In June 2009 i found the opportunity to undertake a 5 day gyrocopter tour with my friend Michael Werner. We flew over the German islands in the North-Sea. Highlights where nice landscapes, wide beaches, strong wind landings, funny island people, isolated bustling opulence and a flight of 45km over open water to an island called Helgoland.

  Zugriffe auf diese Galerie: 19
 

 Ein Filmchen Grosse Auswahl 51 Kleine Auswahl 23 kommentiert


Copyright by Till Middelhauve, Herdweg 45, 64285 Darmstadt - E-Mail:   All rights reserved.