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Fliegen über Chile's "Lagos Andinos": Vulkane, Seen und Wildnis
Im Februar 2009 konnte ich gemeinsam mit Jan Schäfer eine Auszeit von den schlafarmen Nächten mit einem Säugling nehmen. Meine äusserst flug-tolerante Frau hatte mich 3 Monate nach der Geburt von Luis in Urlaub geschickt und wir hatten uns für Chile entschieden.
Ich hatte das Land schon mehrfach bereist (weitere, ältere Galerien hier) und kannte mich schon etwas aus. Da wir eine Motorschirm-Reise machen wollten und dafür am besten klimatisch gemäßigte Gegenden geeignet sind, entschieden wir uns für das Seen- und Vulkangebiet dass ca. 500 km südlich der Hauptstadt Santiago beginnt. Wunderbare Landschaften warten hier darauf, aus der Luft entdeckt zu werden! Ganz modern und innovativ suchten wir die Spots, an denen wir fliegen wollten, aufgrund ihres landschaftlichen Reizes bei Google Maps aus und bastelten daraus eine ungefähre Reiseroute. Diese Vorgehensweise hat sich sehr bewährt!
Wir mieteten uns einen relativ geländegängigen Pickup, allerdings aus Preisgründen keinen Allrad (kostet gleich das Doppelte). Da ließ sich all unser Outdoor-Equipment mit eingeübter Technik drauf verladen. Wir hatten auch allerlei "Luxus-Güter", wie z.B. ein Mountainbike, jede Menge Camping-Utensilien und ein paar Teile der Flugausrüstung über einen günstigen Lufthansa-Mitarbeiter-Cargo-Tarif vorab eingeflogen. Damit waren wir komplett autark und campten fast jede Nacht wild. Das ist in Chile völlig unproblematisch. Unsere Anforderungen an unsere Lagerplätze stiegen dann auch von Tag zu Tag: Ein Fluss oder See zum Baden, Feuerholz, möglichst einsam und natürlich eine eigene "Runway" für den morgendlichen Start vorm Zeltausstieg! Erstaunlich oft konnten wir all das vereinen :-)
Wir flogen hauptsächlich morgens, da das ausgeprägte Land-See-Windsystem vom Pazifik in die Anden meist erst nach Sonnenuntergang fliegbare Windgeschwindigkeiten zuließ. So kam es auch, dass wir gleich an unserem ersten landschaftlich wunderschönen "Spot", auf 1500m Grundhöhe an dem Vulkansee "Laguna del Laja", erst bei Vollmond um Mitternacht flogen... Wäre das in Deutschland gewesen, könnte man das so öffentlich hier nicht schreiben ;-) Aber Chile macht frei!
Unser nächstes Ziel war der Oberlauf des großen Flusses Biobio, der in den Anden liegt. Dort wollten wir eigentlich über einer Mondlandschaft fliegen, die wir aber wegen starken Windes nie erreichten. Stattdessen wurden wir mit wunderbaren Flügen über morgendlichem Nebel im Flusstal verwöhnt. Wir campten am Strand des Biobio auf einer idyllischen Farm, die sich in einen Meander des Flusses schmiegte. Eine super-freundliche alte Dame erlaubte uns, hier zu lagern, zu feuern, zu baden und natürlich zu fliegen!
Weitere Stationen der Reise waren:- der Lago Caburgua, an dessen Zufluss eine weite Delta-Landschaft zum Fliegen und verweilen einlud
- die vom Outdoor-Tourismus beherrschte Stadt Pucon am Fuße des Volcan Villarica
- der Lago Calafquen, über dem wir wegen der abziehenden Kaltfront nur 5 km/h Fahrt machten und deshalb bald wieder landen gingen
- der Lago Panguipulli zu Füßen des Volcan El Mocho, wo wir von der Hauptstrasse starten mussten, da der Flugplatz nebenan für uns verschlossen blieb
- das 3-Häuser-Nest Enco, an dem die Strasse endete, die laut unserer Karte zur Autobahn führen sollte, uns aber mit einem herrlichen letzten abendlichen Flug zum Volcan El Mocho belohnte.
Till Middelhauve
Jan Schäfer hat ebenfalls eine Galerie und eine Reisebeschreibung ins Internet gestellt:
Bilderauswahl und Text auf www.coci.org ansehen
Flying Chile: Volcanoes, lakes and wilderness
In february I could escape from sleepless nights with our baby together with Jan Schäfer. My very flying-tolerant wife had sent me off for a holiday 3 month after Luis was born and we decided to head for Chile. I had been there before and had some knowledge about where to go. Since we wanted to do a paramotor holiday and climatic moderate areas are best for this kind of flying we decided to focus on the lakes and volcanoes area that starts around 500 km south of Santiago. Wonderful landscape wait here to be explored from the air! Very modern and innovative we chose the landscapewise attractive places we wanted to fly at in Google maps and planned a travel route from this. This has proved a great way!
Cheers,
Till Middelhauve
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