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  Beschreibung:  Walk & Fly - Outdoor-Reise durch Kirgistan

Diese Galerie besteht aus Bildern von Jan Schäfer, Maurice Knur, Lisa Knur und Till Middelhauve

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Text von Till Middelhauve

Im Juli 2007 flogen Silke und ich zusammen mit Jan Schäfer und Lisa und Maurice Knur zum Gleitschirmfliegen nach Almaty / Kasachstan und fuhren dann weiter ins abenteuerliche und gebirgige Kirgistan.

Bei meiner kurzen Wochenend-Reise nach Kasachstan letztes Jahr war ich auf den Geschmack gekommen. Zentralasien sollte man mehr Zeit gönnen und eine echte Reise dorthin unternehmen! Kirgistan, südlich von Kasachstan gelegen, wurde nachgesagt, Gleitschirmfliegern durch seinen Hochgebirgigen Charakter noch viel mehr zu bieten als das nördliche Nachbarland.

Im Juli 2007 flogen wir also zu fünft nach Almaty (Hauptstadt Kasachstans) und schlupften erstmal für ein paar Tage ins "Hotel California" zu dem Piloten Gabriel Al-Salem, der mir - höchst gastfreundlich - schon letztes Jahr eine Herberge unter Fliegern geboten hatten. Gabriel, der eigentlich schwäbischer Amerikaner mit einem kuwaitischen Papa ist und eine Gleitzschirmpilotin aus St. Petersburg geheiratet hat, arbeitet in Almaty und begleitete uns später auch für einige Tage auf unserer Weiterreise durchs wilde Kirgistan.

In Bishkek trafen wir auf den dort ansässigen Para-Alpinisten und UNO-Mitarbeiter Oskar Lehner aus Österreich. Er war uns eine große Hilfe bei Planung der Reiseziel und der Organisation eines fahrbaren Untersatzes. Auch er leistete uns ein paar Tage Gesellschaft, sodass wir teilweise mit Fahrer zu acht unterwegs waren.

Kirgistan bietet sehr wenig Infrastruktur, was das Reisen spannend und abenteuerlich, aber manchmal auch anstrengend und zeitraubend macht. Da es kaum Strassen gibt, ist es stets eine Herausforderung, zu einem Startplatz zu gelangen. Größtenteils muss man sich auch einfach selbst überlegen, wo man fliegen möchte und wird dann häufig eine Erstbefliegung unternehmen.

Landschaftlich und fliegerisch (wenn man den Arsch mal in der Luft hat!) bieten sich phantastische Ansichten und Möglichkeiten! Das Tien-Shan-Gebirge, dass das Land prägt, reicht bis auf über 7000m hinauf und selbst in den "flacheren" Ausläufern hat man stets mit Gipfeln knapp unter 5000m zu tun. Entsprechend hoch sind die Basishöhen - so konnte ich meine persönliche höchste Höhe von 4200m über dem Eiger auf 4450m über einem namenlosen Grasberg Kirgistans verbessern. Die Winde waren erstaunlich moderat.

Den Traditionen der Nomadenvölker folgend, die das ganze Land in Jurten bewohnen, schliefen auch wir fast ausschliesslich draussen in unseren Zelten. Andere Unterkünfte waren rar und keineswegs besser als ein romantisches Lager in einem Flussbett. Essen kochten wir am besten selbst, da wir nach den ersten Versuchen aufgrund von Magenverstimmungen einen weiten Bogen um lokale Restaurants machten.

Im Gegensatz zur landläufigen Meinung ist Kirgistan sehr sicher zu bereisen. Die Kriminalität hält sich sehr in Grenzen und steht z.B. in keinem Verhältnis zu südamerikanischen Verhältnissen. Auch politisch ist es, trotz einer kleineren Revolution vor ein paar Jahren, halbwegs ruhig.

Fazit: Eine Reise nach Kirgistan ist unbedingt zu empfehlen! Der abenteuerlustige Pilot, der mit ausreichend Pioniergeist ausgestattet ist, jeden Aufstieg als Bereicherung ansieht und leidenschaftlich gerne campt, wird voll auf seine Kosten kommen. Wer allerdings einen komfortablen Urlaub mit gutem Essen, entspannten Unterkünften und maximaler Flugstunden-Ausbeute sucht, sollte sich ein anderes Ziel suchen.

Till Middelhauve



Text von Jan Schäfer:

Am 2. Juli verstaute ich meinen Schirm, ein paar warme Klamotten - Kirgistan hat zwar kontinentales Klima und warme Sommer, die hohen Berge sorgen aber für reichlich Abkühlung - und die Campingausrüstung in meinem Gepäck. Dollar getauscht, Visa passen, die Funkgeräte werden nochmal voll geladen und die Speicherkarten des Fotos formatiert... Noch ein Tag Arbeit und los gehts.

Die Gleitschirm-Wander-Reise führte von Almaty in Kasachstan über Bishkek in die Berge und an die Seen Kirgistans.

Gabriel, aktiver Flieger in Kasachstan und ein guter Freund von Till gewährte uns königlichen Unterschlupf im "Hotel California". Zusammen beflogen wir die zerfurchten Grashügel ca 50km westlich von Almaty bei Fabryczny. Der Blick fällt auf das endlose Flachland Kasachstans, dem - ausser der Kasachischen Schwelle - keine merkliche Erhebung bis zum Nordpolarmeer den Weg verstellen. Dreht man hier etwas auf bekommt man die mächtigen, schneebedeckten Berge Richtung Kirgstans Grenze zu Gesicht. Ehrfurcht einflößend aber auch Neugier weckend sammeln sich schon in den Vormittagsstunden dicke Wolken um ihre Gipfel, die nicht selten ein Gewitter am frühen Nachmittag nach Norden drücken.

Bishkek, die wuselige Hauptstadt Kirgistans, ist ein idealer Ausgangspunkt für die Reise ins Landesinnere. Oskar, ein österreichischer Flieger und UN Mitarbeiter, half uns tatkräftig bei der Organisation. Fluggebiete erkunden, Karten kaufen, Fahrer mit Auto besorgen (ohne Fahrer ist es weitaus schwerer und teurer als mit), Essen und SIM Karte kaufen - all das lässt sich bequem in Bishkek erledigen. Und nebenbei bieten die Fluggebiete 40km südlich der Stadt (z.B. Chon Tash) bei entsprechenden Wetterbedingungen sehr gute Flugbedingungen.

Maurice startete hier an einem kleinen Hügel zu einem beeindruckenden Flug bis hin zu den Gletschern im Tienschan. Abschließend landete er auf dem Busbahnhof mitten in Bishkek, um maximal nah am Guesthouse zu landen. Aufgrund der sich auftuenden Menschenmassen und den folgenden Komplikationen mit der Polizei und dem Busbahnhofsmanager ist dieser Landeplatz weiterhin nur als Notlandeplatz zu empfehlen.

Unsere Zelte verlangten nun endlich nach der versprochenen Frischluft, die wir Ihnen die nächsten Wochen nicht verwehren wollten. Im Susamirtal einer langgestreckten Hochebene (2.200m hoch, ca. 50km lang und 10km breit), die auf allen Seiten von Bergen (bis 4,000m) umgeben ist, fanden wir unsere erste Übernachtungsstätte. Eine nicht mehr vorhandene Brücke, was keinen zu stören schien, veranlasste uns direkt am Ende des Weges an dem wunderschönen Flussufer zu zelten.
Ein bildschönes Panorama erwartete uns den nächsten Morgen. Die ausgebrannte Feuerstelle vom Abend auf der Wiese, dann der tiefblaue Fluss, durch den ein Kuhjunge gerade sein Vieh trieb, dahinter die Steppe der Hochebene, gefolgt von den Schneebergen, die im stahlblauen Himmel gipfelten. Malboro Country welcomes you.

Gleitschirmfliegen in Kirgistan unterscheidet sich im ersten Punkt in der Infrastrukur zu den Alpen. Um zur richtigen Zeit beim richtigen Wind auf dem Berg zu sein ist die erste Herausforderung. Nur selten führt eine Passstraße am Startplatz vorbei, von Seilbahnen ganz zu schweigen. Wenn man allerdings das Bergwandern mag, die Überentwicklung und den Wind richtig einschätzt, wird man mit einmaligen und erstmaligen Flügen belohnt. Die baumlosen Berge und Täler machen Starts und Landungen fast überall möglich. Landet man nah einer Jurte wird man bestimmt gastfreundlich empfangen, zu Kymys (vergorene Milch) eingeladen und kann, bei verloren gegangenen Funkkontakt oder Landung auf der falschen Flussseite, seinen Rücktransport mit dem Pferd organisieren. Trotz geringer russisch Kenntnisse kam man sich immer willkommen vor, wurde zum Angeln eingeladen und das erfragte Foto wurde zum Familienereignis vor der Jurte.

Weiter ging es mit einer beeindruckenden Fahrt zum über 3000m hoch gelegenen See Song Kol. Noch näher am Himmel gelegen war hier das Wetter noch beeindruckender zu beobachten. Während bei der Ankunft ein Gewitter seine Gewalt direkt am See ausließ machte sich ein Zweites zum Anfassen nah, genauso bedrohliches Unwetter an der Bergkette weiter westlich zu schaffen. Wir flüchteten schnell in eine Jurte.

Den Abschluss bildete eine Wandertour bei Karakol nah des Issyk Kol Sees. Aus einem Tal führt der Wanderweg zu dem auf 3500m hoch gelegenen Gletschersee Ala Kol über einen Pass auf 3900m und wieder runter in ein Seitental, von dem man abenteuerlich raustrampen muss. Während wir auf dem Hinweg mit 3 Russen und einer minimal ausgestatteten Fahrkiste trampten (Auto wurde unterwegs am Anlasser, Vergaser und Kühlsystem überholt) war der russische Urlaubsbus auf dem Weg zurück wesentlich vertrauenserweckender, der Weg aber umso steiler und steiniger.

Maurice und Lisa wanderten nicht mit und warteten das schlechte Wetter ab, was mit einem schönen Flug, ebenfalls über den Ala Kol See belohnt wurde. Allerdings endete der Flug mit 9m/sec sinken in einem Tal aus dem die Beiden 2,5 Stunden rauslaufen mussten.

Jan Schäfer



Fluggebiete:

Einige der beflogenen Fluggebiete wurden von Oskar Lehner bei Paragliding365.com dokumentiert: Fluggebiete in Kirgistan



Bilder

Hinweise zu den einzelnen Galerien unten:

Best Of:
Eine gemischte Auswahl von gut 80 Bildern aller Fotografen, die zusammenzukürzen mir sehr schwer fiel. Diese Bilder sind kommentiert.

Jan's Bilder:
Bilder von Jan Schäfer, der auch eine eigene Website unterhält, die hiermit stark empfohlen sei: www.coci.org
Seine Stärke liegt insbesondere in der Fotografie von Menschen und Ihrer Lebensweise. Für genauere Einblicke ins zentralasiatische Leben, seine Gesichter und Landschaften sehe man diese Galerie genauer an.

Lisa und Maurice' Bilder:
Die Bilder dieser Galerie stammen von Lisa und Maurice Knur. Insbesondere Maurice ist in Kirgistan viel und erfolgreich geflogen und hat mit seinen abenteuerlichen Flügen auch ein bisschen kirgisische Gleitschirmgeschichte geschrieben. Für viele Bilder vom Fliegen im Hochgebirge hinter der Hauptstadt Bishkek und im westlich gelegenen Tienshan-Gebirge bei Karakol schaue man sich diese Galerie genauer an.

Nur Panoramas:
Weil Panoramas so schön sind, habe ich sie hier nochmal alle zusammengefasst. Es empfiehlt sich, für die Anzeige die Größe "full size" zu wählen.

Till's Bilder:
Kommentierte Bilder von Till Middelhauve. Die Galerie enthält viele Bilder vom Fliegen im von Gras dominierten Hochtal von Susamyr. Ausserdem ist eine wunderschöne Wanderung im Tienshan festgehalten.

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