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  Beschreibung:  Kurzbericht: Flyke-Rückenwind-Reise durch Deutschland
(Bilder ganz unten)

Die Bilder dieser Galerie entstanden Mitte September 2006 auf einer Flyke Reise durch Deutschland. Das Team waren diesmal Michael Werner, Erik Behr, Patrick Temmerman und meine Wenigkeit - also das "East Wind"-Team +1 sozusagen. Wir starteten auf dem riesigen Flughafen Hof-Plauen an der tschechischen Grenze. Eigentlich war unser Plan, dem Verlauf der ehemaligen Deutsch-Deutschen Grenze zu folgen, die nicht nur aus der Luft noch sehr stark sichtbar ist. Wir hatten zumindest Anfangs ein schönes herbstliches Hoch, allerdings Pfiff der Ostwind nicht unbeträchtlich. Nach 2 Tagen veränderten wir das Ziel unserer Reise in "Rückenwind" und flogen weiter nach Westen bis ins Ruhrgebiet.

Voller Reisebericht

Gut zwei Jahre nach unserem Flug-Projekt „East Wind“, bei dem wir mit fliegenden Fahrrädern unter einigen Mühen von Hannover bis an die Küste des Schwarzen Meeres in Rumänien gereist waren, packte uns gemeinsam wieder die Reiselust. Erik Behr, Patrick Temmerman, Michael Werner von Fresh Breeze und ich wollten mit unseren außergewöhnlichen Geräten, die man auf der Strasse radeln und in der Luft fliegen kann, die ehemals deutsch-deutsche Grenze abfliegen. Ganz so, wie andere Männer eben eine Motorrad-Tour machen!

Diesmal sollte es ganz entspannt zugehen, musste ich mir, als damals treibende Kraft, von meinen Kollegen doch während „East Wind“ immer anhören, dass wir auf einer Reise und nicht auf der Flucht waren. Der Wunsch nach Rückenwind war ebenfalls oft geäußert worden, denn nichts macht weniger Spaß, als mit einem Motorschirm-Gerät gegen einen 25-er Wind anzustehen. Nein, treiben wollten wir uns lassen!

Gesagt, getan! Endlich hatten alle Teilnehmer mal ein Wochenende im Kalender geblockt, an dem tatsächlich gutes Wetter angesagt war. Aber was nun? Wir analysierten den Wind im ganzen Land und beschlossen, uns in Hof an der tschechischen Grenze zu treffen, um von dort, getrieben von einem feinen Südost-Wind, der Linie des alten „Eisernen Vorhangs“ Richtung Nordwest zu folgen, die aus der Luft noch allzu sichtbar ist.

Michael und Patrick reservierten für die Anreise einen schnellen Sprinter und bekamen einen lahmen 7,5-Tonner, Erik und ich mieteten uns einen Freund als Fahrer, der damit ein paar Außenstände verringern konnte. Die Anreise gestaltete sich wegen des äußerst zähen Verkehrs anstrengend. Für gut 300km brauchten wir satte sechs Stunden. Und wir wollten doch unbedingt heute noch die Räder in die Luft bekommen! Aus dem Stau rief ich auf dem Tower des Verkehrsflughafens Hof-Plauen an. Ich sagte dem Mann dort oben, dass wir es etwas eilig hätten und wir gerne mit Flykes von seinem Platz starten würden. Da er nicht verstand, was ich von ihm will, meinte ich, wir würden später mit Ultraleicht-Flugzeugen vorbeikommen. Das kannte er und fand es gut. Viel zu spät, kurz vor Sonnenuntergang hatten alle vier Flieger es bis auf den Parkplatz des Flughafens geschafft. Nachdem die letzte Lufthansa-Maschine abgefertigt war, kam der Controller persönlich und wir durften – die Flykes ganz groß – seinem Follow-Me-Wagen auf die riesige Runway folgen. Der Flugplatz wurde geschlossen, da wir auf der Landebahn unsere Startvorbereitungen trafen und da ja nun auch ein Bus parkte! Bloß die weiten Grasflächen sollten wir auf keinen Fall benutzen. Das ist schließlich keine Flugbetriebsfläche! Nach der Startfreigabe durch den auf dem Tower verbliebenen Kollegen rollte Erik los. Schirm kommt schräg, Flyke biegt ab, ab ins Gras. Nach einigen S-Schlägen um die Bahnbefeuerung gab Erik Vollgas und startete über den Zaun links der Bahn. Alle anderen Starts waren Richtlinien-konform und man verabschiedete uns kurz vor Dunkelheit auf dem Funk freundlich aus der Kontrollzone.

Der nächste Tag begrüßte uns mit strahlendem Sonnenschein. Wir hatten ein urdeutsches Gasthaus in einem tief eingeschnitten fränkischen Tal gefunden und machten uns nun auf zum Flugplatz. Auf den Bergkuppen entpuppte sich das Wetter allerdings als geradezu stürmisch und wir blieben im Radel-Modus.

Das Flyke ist neben seiner Eignung als agiles Fluggerät auch ein wirklich hochwertiges Fahrrad. Es macht Spaß, damit zu radeln, solange es nicht steil wird. Die Zuladung durch den 27-PS-Motor macht es eben doch etwas schwerer als ein handelsübliches Trekking-Rad... Im Ausland bietet sich daher der gelegentliche Einsatz der Luftschraube als Trethilfe an. In Deutschland ist dies aus zulassungstechnischen Gründen auf öffentlichen Strassen nicht legal.

Gegen Abend, wir waren ein ordentliches Stück durch Franken geradelt, starteten wir doch noch zu einem „Ausflug“. Die Luft war zwar noch in einem erbärmlichen Zustand, es schüttelte in allen Höhen und war mittlerweile bedeckt, aber wir flogen noch etwa 50 km, bis ein Regenschauer uns endgültig in die Schranken wies. Wir mussten wegen des schlechter werdenden Wetters bei Eisfeld südlich des Thüringer Waldes landen.

Als die Attraktion des Ortes wurden wir sofort bei Anneliese einquartiert. Für 15 Euro mit Frühstück konnten wir sogar die Flykes in den Heuschober schieben. Später verbrachten wir im einzigen verfügbaren Restaurant einen lustigen Abend mit vier jungen Dorf-Schönheiten, die eigentlich einen Frust-Frauen-Abend geplant hatten!

Der nächste Tag bot wieder beste Bedingungen. Erik, der von Freizeit-Stress geplagt war und am nächsten Tag nach Mallorca musste, verließ uns und bog nach Süden ab um Richtung Darmstadt zu fliegen. Die verbliebenen Drei beschlossen aufgrund des immer noch immens starken Windes im Norden Deutschlands, die alte Grenze zu verlassen, und als Ziel weiter nach Nordwesten Richtung Ruhrpott, Patricks Heimat, zu fliegen. Mit komfortabeln 70 km/h über Grund ging es vorbei an den markanten Kali-Bergen nördlich der Rhön und weiter über den Edersee bis zum Beginn des Sauerlandes. Dort machten wir einen Rast- und Tankstopp auf dem sympathischen Grasplatz Korbach, wo ich auch Veljo Strucl kennen lernte - ein Original der Fliegerszene! Mit der nächsten Tankfüllung tauchten wir in die Berge des Sauerlandes ein. Ein magischer Flug am Abend: Die Luft butterweich, das Licht sanft, die Berge malerisch – Flyker-Herz, was willst Du mehr? Wir landeten schließlich nahe Patricks Wohnort und sanken bald glücklich in die Federn.

Leider war nun schon der letzte Tag unserer kurzen Reise gekommen. Ich wollte zurück nach Darmstadt, Michael heim nach Hannover und Patrick musste sein Auto eben dort abholen. Es war schlechtes Wetter von Südwesten angesagt, weshalb wir schon eine Stunde vor Sonnenaufgang aufstanden, tankten und uns zur Startwiese der Flugfreunde Werl begaben. Wir verabschiedeten uns und flogen getrennter Wege. Einen Vorteil hatte die miese Sicht und der drohende Regen für mich: Ich hatte schon wieder Rückenwind, obwohl ich gut 90 Grad zurück flog!

Die Atmosphäre schien mit Feuchtigkeit gesättigt zu sein! Zwar erahnte man noch etwas diffusen Sonnenschein, die Sicht wurde aber zusehends schlechter. Ich konnte noch gut die Erhebungen des südlichen Sauerlandes überfliegen, teilweise nahm mir aber Nebel im Tal auch noch die Bodensicht. Ich konnte aber immer eine Route wählen, die mir im Falle eines Motorproblems eine sichere Landung auf einer nebelfreien Fläche ermöglicht hätte. Dennoch fühlte ich mich bald, den Blick zunehmend auf mein GPS-Gerät gerichtet, an den Instrumenten-Flug erinnert (Bild-Hinweis, so sieht das aus: DSC04615). An der letzten Hügelkette vor dem „rettenden“, tiefer gelegenen Rheintal bei Rüdesheim scheiterte ich schließlich: Ich konnte wegen der tiefhängenden Wolken nicht hoch genug steigen und außerdem nicht weit genug sehen, um beurteilen zu können, ob der große Wald vor mir sicher zu überfliegen war. Ich musste auf fast 700 m NN auf einem weiten Feld landen. Im Laufe des Tages änderten sich die Bedingungen und ich konnte sicher, einige Stunden vor einsetzendem Regen, nachhause Fliegen.

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